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Meta





 

Alice In Chains - Black Gives Way To Blue European Tour 2009



Metal ist der Sex der Musik. Lauter, harter, dreckiger Sex.

Ich war am Montag bei meinem ersten Metalkonzert.
Obwohl ich eigentlich schon sehr lange Metal-Fan bin, konnte ich nie ein Konzert besuchen, weil ich immer in der Pampa gewohnt habe. Aber da ich ja jetzt nach München umgezogen bin, sollte sich das ändern.

"Getroffen" hat es Alice In Chains, die ich bis dato gar nicht kannte, weil ich sehr vernarrt in meine paar Lieblingsbands bin und eher auf klassischen, epischen Metal stehe. Und jah, eigentlich sind sie eine Grundge-Gruppe, aber ich sehe das einfach als Metal an. Sorreh für diese Ungenauigkeit, ich verabscheue Musikrassismus. Hauptsache es gefällt.

Der Weg (ist das Ziel)

Ich habe mich zu dem Konzert von einer Bekannten überreden lassen. Und hatte eigentlich keine Lust darauf.

Nachdem ich eine kleine Irr(e)fahrt hatte, bis ich überhaupt am Ostbahnhof war, hatte ich eine weitere, größere Odysee um dann endlich die Theaterfabrik zu finden (an dieser Stelle vielen Dank an die Buchhändlerin, den Taxifahrer und die mit mir herumirrenden Alice In Chains-Fans :D Ohne euch hätte ich es nie gefunden). Irgendwann kam ich dann endlich total verspätet und abgehetzt dort an.

... Und dann stand ich vor dem eigentlichen Problem.
Die Halle war gefüllt, ich stand ganz hinten. Meine Bekannte aber stand ganz vorn an der Bühne. Vor mir sicher 500 Meter bzw. 3 Tonnen Menschenmassen bestehend zu 90% aus riesigen, breitschultrigen, schwergewichtigen Kerlen, langhaarig, grimmig guckend mit Bart. An sich ein für mich sehr angenehmes Bild. Aber nicht, wenn man sich durch sie hindurchdrängeln musste. Teilweise waren die wohl echt sauer auf mich. Ich schlängelte mich mit einem entschuldigenden Lächeln nach vorn und anscheinend hat das auch einige bewogen, die einen Kerl sicher nicht durchgelassen hätten.
Früher hätte ich mich das nie getraut. Aber jetzt dachte ich mir: "Ich bleib sicher nicht für 30€ hier hinten stehen." Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Man muss sich nehmen, was man haben will.

Endlich war ich vorn angekommen, hatte meine Bekannte wie durch ein Wunder sogar gefunden (Danke Odin, dass du ihr hellgoldenes Haar gabst, oh Weisester).


Das Konzert

Weil ich - durch die bereits erwähnte Unkenntnis der Band - kaum ein Lied kannte, geschweige denn Mitsingen konnte, habe ich mich auf's leichte Headbangen beschränkt. Und das hat schon meine Nackenmuskeln überfordert. Muss.mehr.Headbangen.

Alice In Chains waren unheimlich präsent, unheimlich stark. William DuVall ist ein sehr intensiver, guter Sänger und wohl der beste Farbige in einer Metal-Band, den ich bis jetzt kennen lernen durfte. Sorry, wenn ich das so rauskehre. Im Grunde ist es egal wie er aussieht. Aber beim Metal ist es nunmal eher ungewöhnlich - und damit umso erfreulicher.

Noch mehr imponiert hat mir nur Jerry Cantrell, der Musik ähnlich zu genießen scheint wie ich: Still, nicht so extrovertiert wie William, dafür aber intensiver und irgendwie ... sexuell. Seine Blicke waren wirklich sehr fesselnd.
Und er machte mir mal wieder klar, dass Männer mit langen Haaren durchaus attraktiv sein können. Es muss ihnen halt nur stehen und zu ihnen passen.

Die Band wird es trotzdem nicht zu meinen Lieblingsbands schaffen, weil die Musik mich dazu nicht genug berührt. Vielleicht ist es doch zuviel Grundge? Für mich klingen die Songs sehr oft sehr wehleidig und lang.

Am Besten haben mir die wirklich schnellen, harten Lieder gefallen. Und natürlich "Would", das gnädigerweise als Zugabe gespielt wurde. Das einzige Lied, wo ich einigermaßen mitsingen konnte.

Die Halle war wirklich gesteckt voll. Glücklicherweise wurde wohl auch dadurch die Sucht nach Pogen etwas gemindert. Ich stand etwa 2 Meter von der pogenden Masse entfernt, bekam aber nichts mit. Dafür bekam ich genug von der Bühne und den Boxen mit, die jeweils höchstens 5 Meter von mir entfernt waren.

Meine Ohren beschenkten mich nach dem Konzert mit leichter Taubheit und einem Tinitus, ich ging durchgeschwitzt in die eisige Kälte (und den ersten vorweihnachtlichen Schnee), meine Fersen sind noch immer wund von meinen Stiefeln ... JEDERZEIT WIEDER.

Ein unbeschreibliches Gefühl in einer Menschenmasse, die sich einfach nur einig ist, Klang der Musik gewiegt zu werden. Toll einen Sänger so abgehen zu sehen. Alice In Chains müssen ihre Musik sehr lieben.

Ach und ich wär der DB-Sicherheit und diversen Polizisten zu Dank verpflichtet, wenn sie einen nicht anstarren würden, nur weil man mitten in der Nacht in völlig schwarz und mit Springerstiefeln herumläuft.

Originalaufnahmen von dem Abend:



2.12.09 21:25

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